Biodiversitätswaldrand als Futterlaublieferant
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Projektbeschrieb:
Ein Innosuisse Innovation Booster Projekt
Praxisparter und Projektleiter: Döltschihof GmbH, Daniel Hepenstrick
Forschungspartner: Agroscope, Serge Buholzer
Ausgangslage
Traditionelle Praktiken der Futterlaubnutzung sind in der Schweiz weitgehend verschwunden, obwohl Futterlaub Grasfutter sinnvoll ergänzt: Futterlaub liefert wertvolle Mineralstoffe, Kalorien und Protein, fördert die Tiergesundheit und ist klimaresilient.
Rund 50 % der Schweizer Waldränder sind ökologisch verarmt (abrupte Übergänge ohne Strauchgürtel). Ihre ökologische Aufwertung ist bietet grosses Potential zur Biodiversitätsförderung, ist aber kostenintensiv und pflegeaufwendig. Beweidung im Wald gesetzlich ist verboten, doch eröffnen statische Waldrandgrenzen Möglichkeiten für neue Lösungsansätze.
Forschungsprojekt
Das Projekt untersucht folgende Hypothese:
Die jährliche Nutzung von Futterlaub durch Schnitt (waldseits der Waldgrenze) oder Beweidung (offenlandseits der Waldgrenze) zwischen August und Oktober kann die Biodiversität von Waldrändern nachhaltig fördern und gleichzeitig einen ökonomischen Mehrwert für landwirtschaftliche Betriebe schaffen. |
Am Beispiel des urban gelegenen Bio-Betriebs Döltschihof wird erprobt, wie Futterlaub-Waldränder ökologisch wirksam, betrieblich effizient und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden können. Folgende Forschungs- und Praxisfragen sollen u.a. beantwortet werden:
- Wie lassen sich Futterlaub-Waldränder konkret anlegen und bewirtschaften?
- Welche Kosten, Arbeitsaufwände und Nutzen entstehen für Landwirtschaft und Forst?
- Wie können die Prozesse optimiert und auf andere Betriebe skaliert werden?
Vorgehen
Das Projekt findet 2026 statt. Es kombiniert angewandte Forschung, betriebliche Praxis und Wissensaustausch. Insbesondere folgende Prozesse und Strategien sollen erprobt und in Aufwand und Ertrag quantifiziert werden: Initialpflege im Winter, Schnitt, Beweidung, Ernte, Transport, direkte
Verfütterung und ergänzende Pflanzungen im Herbst. Parallel werden Landwirt:innen, Förster:innen, Verwaltung und Konsument:innen aktiv einbezogen und im Rahmen eines «desirability testings» befragt.
Erwarteter Nutzen
- Ökologisch: Waldrandaufwertung, Förderung der Biodiversität, potenziell positive Klimaeffekte
- Ökonomisch: Futterlaub, geringerer forstlicher Aufwand, mögliche Direktzahlungen
- Gesellschaftlich: Landschaftsbild, Wissenstransfer, innovative Agrar-Forst-Lösungen